Miris Welt

Tuesday, July 31, 2007

Nackte Tatsachen

6:00 Uhr. Mein Wecker klingelt. Dank meiner Oropax dauert es ein paar Sekunden bis ich realisiere, dass es Zeit ist aufzustehen um rechtzeitig zur Devotiontime unserer Maedels im Hauptgebaeude zu sein,um danach das langersehnte Gruppenfoto zu machen. Auf dem Weg dorthin machen Conny und ich schon Plaene wann wir heute im Laufe des Tages unseren kostbaren Schlaf nachholen koennen. Als wir um 6:15 Uhr im Hauptgebaeude ankommen ist Padma (dormmum) schon mitten in der Andacht. Waehrend ich so weiter vor mich hin doese , da ich ja nichts verstehe (kanadan) und mir ueberlege ob wir vielleicht gestern abend doch frueher ins Bett haetten sollen, anstatt noch Madagaskar zu schauen, ist Padma ploetzlich am Ende und bittet Punema (eines der aelteren Maedels) zu beten. Ein Ruck geht durch die Menge und alle Maedels werfen sich wie immer – bei jedem Gebet- demuetigst auf die Knie und verharren in dieser Pose. So auch Sounderia, unsere kleinste (3 Jahre). Ich stupse Conny an, die schon halb wieder eingeschlafen ist um sie auf die demuetig knieenden Maedels aufmerksam zu machen (find das immer irgendwie lustig) und bemerke dabei, dass Meena (sie sitzt direkt hinter Sounderia)- Sounderias Schwester- irgendwie nicht so gluecklich zu sein scheint. Dann bemerke ich warum:
Sounderia hat – wie so oft- mal wieder keine Unterhose an und da sie heute ein besonders knappes Kleid traegt, gleichzeitig aber auch auf dem Boden kniet – streckt sie ihrer aelteren Schwester den nackten Popo direkt ins Gesicht.
Meena waehrendessen versucht krampfhaft Sounderias Kleid ueber den nackten Popo zu ziehen. Ohne Erfolg. Ich kann mich fast nicht halten vor Lachen…dann wird die arme Meena erloest und Sounderia watschelt in ihrem froehlichen Entengang auf mich zu…

Und das Foto ? Das wurde nach 5minuetiger Diskussion dann doch auf nach dem Fruehstueck verschoben…da haette ich auch laenger schlafen koennen….Indien eben..!

On Chesil Beach

War das letzte Buch das ich gelesen hab (von Ian McEwan) und ich hab ja schon so einiges über den guten Herrn gehört und ich muss sagen, dass er mich überzeugt hat (wenn auch nicht mit seinem Aussehen), der Mann kann schreiben! Viel mehr fand ich aber das Ende des Buches schön, tragisch, lehrreich und einfach irgendwie so wahr...:

„On Chesil Beach he could have called out to Florence, he could have gone after her. He did not know, or would not have cared to know, that as she ran away from him, certain in her distress that she was about to lose him, she had never loved him more, or more hopelessly, and that the sound of his voice would have been a deliverance, and she would have turned back....this is how he entire course of life can be changed- by doing nothing....”

Oh, das ist einfach so schön...keine Ahnung. Passt zu meiner Marienkäfergeschichte, wie wichtig Entscheidungen sind. Wie wichtig Handeln oder Nichthandeln ist. Wo wir uns viel zu wenig Gedanken drüber machen.

Eine andere Sache, die ich heut erlebt hab, ist eine neue Definition von Freundschaft. Hab gestern in ein paar Poesiealben von den Mädels geschrieben und eine Frage war: „what friendship means to me..“ Gestern hab ich so ein blabla-Gerede geschrieben, heut hätt ich die perfekte Antwort:
Freundschaft ist, wenn der andere einem die Beine entwachsen kann und man viel Spaß dabei hat...I`m ready for the beach now!

Am Freitag fahren wir zurück nach Bangalore und dann am Samstag morgen nach Madras-Chenai. Gerade krabbelt eine Riesenameise über mein Bett.
Donnerstag steht dann noch meine abschiedsfeier an. Hab nicht so Lust drauf und würd mich am Liebsten um den Abschied drücken. Schon krass, weil ich mich immer ein bissle lustig gemacht hab über Leute, die so an einem Ort hängen, aber die Mädels hier, haben mein Herz wirklich erobert. Manchmal schaue ich sie einfach nur an und könnt weinen, mein Herz zieht sich so eklig zusammen und ich will nicht weg und würd einfach gern für immer hierbleiben. Sie sind so hilfsbedürftig und es scheint so grausam zu gehen, weil sie einfach so hungrig nach Liebe sind. Und gleichzeitig soviel geben. Der Gedanke, dass ich sie wahrscheinlich nie wieder sehen werde ist schon hart.
Gerade, wenn ich den Abschied hier mit meinem Abschied in Israel vergleiche (wo ich immerhin ein Jahr war!) dann ist es schon krass, wie sehr mir die Menschen hier nach 3 Monaten ans Herz gewachsen sind...

Aber das ist wohl auch das Leben. Manchmal den Dingen ihren Lauf zu lassen, nichts zu tun bzw. einfach zu gehen und versuchen dabei möglichst tapfer zu sein ! Here in Kollegal...

Friday, July 27, 2007

ein paar Gedanken der letzten Tage...

So. Sitze grad in Mysour im Internetcafe und hab grad noch kurz Zeit ein paar Gedanken zu bloggen. Gerade sind wir auf einem Elefanten geritten und ich glaube Elefanten sind wirklich die faszinierensten Tiere die ich kenne. Ich mag sie !
War gestern morgen mal wieder joggen und waere beinah auf ne kleine Schnecke getreten. Vielleicht kennt ihr das, dass man durch ne erlebte Situation an fruehere Situationen erinnert wird. So war das jedenfalls gestern. Hab mich dran erinnert, wie ich so ca. 4 Jahre alt war und einen Marienkaefer auf unserem Balkon gefunden hab. Meine Mom hat gemeint, ich soll sehr vorsichtig sein, weil er leicht verletzt werden kann, aber trotzig wie ich war, musste ich es natuerlich ausprobieren und hab den Marienkaefer auf den Boden gesetzt und bin draufgetreten. Bumm! Da war er dann platt. Und ich hab geweint, weil ich keinen krabbelnden Marienkaefer mehr hatte.
jedenfalls hab ich mal wieder gemerkt wie endgueltig viele unserer Entscheidungen sind und das unser Handeln immer Folgen hat. Ob positiv oder negativ.
Find das ganz interessant, gerade auch, weil ich momentan ueberlege einen Monat laenger hier in Indien zu bleiben.
Dieses Marienkaefer-Schneckenerlebnis hat mir jedenfalls wieder bewusst gemacht, wie wichtig es ist, dass wir die Zeit auskaufen und nicht einfach so larri farri vor uns hinleben.

Das bringt mich zum naechsten Punkt, der mich momentan ziemlich beschaeftigt. Holy Spirit. Bin ziemlich viel am Nachdenken, Forschen, Beten, Lesen (hab mir extra im Om-Bookshop in Bangalore ein tolles Buch dazu gekauft :O)) was ich davon halte. halt so richtig. Inwieweit ich selbst mit der Kraft des heiligen Geistes rechne, wieviel Wichtigkeit ich ihr geben kann.
Das andere Thema, dass mich beschaeftigt und ich mich mit befasse ist Frau sein. So ganz allgemein, aber auch im Bezug auf die Gemeinde. Vielleicht auch, weil ich , wenn ich wenn ich wieder in Dtl. bin wieder schauen muss, wo mein Platz ist im CVJM. Ueberhaupt CVJM...oder noch nebenher was anderes....? Die Zukunft ist ungewiss aber auch spannend! Bin gespannt wie es weitergeht und hoffe, dass ich dabei schneller voran komme wie die Schnecke von gestern morgen !

Monday, July 16, 2007

ups...

les grad nochmal den vorherigen post und meinte natuerlich imagination....diese indischen tastaturen machen mich verrueckt!

ich freu mich uebrigens ganz besonders ueber mails, wenn ich hier in bangalore bin, weil ich viel Zeit hab, sie zu beantworten !

more pics




Hier sind nun noch ein paar mehr bilder (ich glaube dann reicht es mal :O) ). wie gesagt bin ich gerade in Bangalore und morgen nacht hole ich die Conny ab. Wir sind tagsueber bei Lilo und Ron Penny udn es ist wirklich sooo gemuetlich und schoen mal wieder in der Stadt zu sein. Wir schlaefn in ner wohnung von hollaendischen Missionaren, die aber zur Zeit in Thailand sind.
Hab herrlich geschlafen heute nacht, davor wegen frueher busreise aber nur 4 std.

Momentan lese ich die Autobiographie von Selwyn Hughes und ich hab festgestellt, dass ich Autobiographien mag. was ich ziemlich cool und interessant fand, zwar schon mal gehoert, aber wieder vergessen hab, war, als er schreibt, dass ein gutes Mittel , Glauben zu Leben ist,
>>to live in the bible<< . Mit dieser Imagionation meint er eben, dass man sich ganz bewusst vorstellen soll-kann, die entsprechende Person in der Bibel zu sein, so zu lesen, als waere es die eigene Geschichte, die man grad erlebt. Find das ein ziemlich spannender Gedanke ploetzlich Jona im Bauch des Walfisches zu sein, auch wenn es ziemlich simpel ist. Warum bin ich da nicht schon frueher drauf gekommen ?
Auch so hat er viele interessante Ideen und es inspiriert mich einfach immer wieder von Menschen zu lesen, die ganz nah an Jesus dran waren, die Gott benutzt hat um grosse Dinge zu tun.
Soviel zum heutigen Tag. Werd gleich mal den OM-Bookshop leerkaufen, auch, wenn meine Schwester mich dezent drauf hingewiesen hat, dass der doch fuer die Inder sei... gell bekka ?

Sunday, July 15, 2007




Part 2




India-impressions



Tuesday, July 10, 2007

Would you know him, if…..


>>Darkness sourounds me in the middle of the day,

Theres something within me, turning my mind away.

I’ve got life in my hands,it’s not that I don’t know,

My heart is saying yes, but my head saying no,

I know what to do, I know where I need to go…

Would I know you, if I saw you,

Would I hear you, if you called me,

Would I know you, if I only believed?<<

Dass sie weiss wo ihr Zuhause ist und den Mut hat zurueckzukehren, dass ist mein Gebet!

Hab heut seit langem Mal wieder dieses Lied gehoert und mal wieder drueber nachgedacht, was wir haetten besser machen koennen, dass du nicht gegangen waerst…- Du fehlst mir auch nach vier Jahren immer noch so oft und die Luecke, die du hinterlassen hast, ist immer noch ungefuellt…

Monday, July 09, 2007

VORSICHT ! SELBSTBEDIENUNG !

....inzwischen sind noch 3 Wochen übrig und ich überlege mal wieder, ob ich bloggensoll und was ich überhaupt davon halte. Irgendwie mag ich es mich zu Themen zu äußern und sie der Öffentlichkeit preiszugeben andererseits nervt mich das ganze interlektuelle-seht-her-wie-toll-ich-bin-Gelaber....
Morgen werde ich endlich wieder meine morgendlichen Joggingsessions starten, nachdem mein Fuß verheilt ist...freu mich riesig drauf...kann irgendwie gut nachdenken dabei und viele Dinge werden mir wichtig...ist ne gute Zeit mit Gott neben dem Gitarre spielen...ist interessant mal zu erleben wie es ist geistlich gestrandet zu sein und sich plötzlich selbst versorgen zu müssen. Wurd mir heute wieder mal so deutlich, wie verwöhnt wir in Dtl. sind, weil wir von überall her geistliche Nahrung zugeschoben kriegen. Hier ist es plötzlich so ganz anders. Ich versteh die Predigten nicht und muss einfach schauen und gut hören, was Gott mir zu sagen hat. Persönlich mit eigener Kraft vor Gott zu kommen und ihn fragen was er zu sagen hat. Jeden Tag. Das ist manchmal ganz schön anstrengend, andererseits auch toll, zu merken, dass er –wenn ich bereit bin zuzuhören-wirklich jeden Tag, jedes Mal etwas hat, was mich weiterbringt, näher zu ihm, mich reifen lässt. Nicht nur predigtmässig muss ich mich hier selbstbedienen, auch Lobpreismässig, ist es interessant, wie intensiver ich das erlebe, wo es nur mich, meine Gitarre und Gott...ohne großes Genuddel zwischendrin. Mich leiten lassen von seinem Geist, was ich singe, wie lange...
Klar hab ich in Dtl. auch meine Lobpreiszeiten am klavier/gitarre gehabt, aber es ist doch nochmal anders, wenn man keinen Godi mehr hat, wo man alles auf dem Servierteller überreicht bekommt...
Besonders wichtig wurd mir in den 2,5 Monaten, die ich jetzt schon hier bin, der Begriff Demut. Hab damit eher immer so was spießig christliches verbunden, aber wenn ich versuche, dass wirklich selbst zu praktizieren, demütig zu sein vor allen Menschen, dann schaff ich das fast nie. Wenn ich dann merke, wie stolz ich bin, wie sehr angewiesen auf die Anerkennung von anderen Menschen, dann merk ich echt wieder wie nötig ich das Kreuz habe, wie groß Jesu liebe ist, dass er für mich gestorben ist, meine Schuld auf sich nahm, wo ich doch dort hängen sollte, am Kreuz und nicht er....andererseits dann merke, wie wenig ich das alles verstehe...aber wie C.S.Lewis so schön sagt, kommt es gar nicht so sehr drauf an, dass wir das Kreuz verstehen, sondern, dass wir es annehmen, und den Prozess der da passiert ist verstehen...soviel für heute...! und wer weiß, vielleicht gewöhne ich mich ja wieder ans bloggen...